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Wichtige Grundlage in der Beratungsarbeit ist - neben der professionellen Gesprächsführung und dem Wissen um hilfreiche Interventionen - das Modell der Krisenphasen. In unserer Arbeit treffen wir immer wieder auf folgende Reaktionsweisen:
Anhaltende Zustände der Erstarrung, Erschütterung, Lähmung vor Angst, kompletter Bruch mit allen vorherigen Erfahrungen, heftiges Weinen, das Unvermögen, das Geschehen zu erfassen und darüber zu sprechen.
Dem anfänglichen Schock folgt die Verdrängung, auch Distanzierung, teilweise Abspaltung. Die betroffene Frau findet sich äußerlich wieder in ihren Alltag. Es macht den Eindruck, „das Leben geht weiter“.
Nach einer Zeit der Verdrängung tritt das traumatische Erlebnis wieder verstärkt ins Bewußtsein: Plötzliche Erinnerungen an das Erlebte - sogenannte „flash-backs“, Angst- und Panikattacken, Suizidgedanken, Alpträume sind die häufigsten Anzeichen dieser Phase. Wichtig wird nun, über das Geschehen zu sprechen.
Diese letzte Phase beschreibt das idealtypische Ende einer traumabedingten Krise. Diese zeichnet sich durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Erlebten aus, durch Trauerarbeit und einen schrittweisen Abbau von Symptomen. Vor diesem Hintergrund kann schließlich ein neues Selbstbild entstehen, das die erlittene Grenzverletzung als nicht rückgängig zu machender Bestandteil des eigenen Lebens integriert. Unter Umständen nimmt diese Phase das ganze verbleibende Leben in Anspruch.